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Was ist eine Impulskontrollstörung?

Von morgens bis abends, es lässt Sie nicht los. Egal ob im Alltag, auf der Arbeit, oder beim Sport. Sie spüren permanent den inneren Druck, bestimmten, unwiderstehlichen Reizen nachzugehen. Sie fühlen sich, als hätten Sie gar keine andere Wahl. Bevor Sie es merken, haben Sie schon agiert und etwas getan, das Sie später vielleicht bereuen werden. Um es deutlicher zu machen: Sie haben einen starken Drang zu bestimmten Verhaltensweisen. Wie zum Beispiel Essen (Giel et al., 2017), Shoppen (Maraz et al., 2015) oder Glücksspiel (Shaffer et al., 1999). Auch eine Tendenz zu Wut und Aggression gehören dazu (Hollander et al., 2006). Sie verhalten sich nach einem auffälligen Muster, das sich für Sie schon fast automatisch anfühlt. Obwohl Sie sich dessen bewusst sind, fällt es Ihnen dennoch schwer, dem Drang zu widerstehen. – Genauso fühlen sich Menschen mit einer Impulskontrollstörung! – Wenn Sie diesen Artikel weiterlesen, erfahren Sie, was genau eine Impulskontrollstörung ist und welche Ursachen und Folgen Sie haben kann. Schließlich können Sie herausfinden, welche Wege es gibt, um Sie zu bewältigen. Egal, ob Sie das eben beschriebene Verhalten von sich selbst, oder von Menschen aus Ihrer Umgebung kennen: Nehmen Sie sich einen Moment Zeit, um die verschiedenen Facetten der Impulskontrollstörung kennenzulernen.

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Definition

Definition der Impulskontrollstörung: Das steckt hinter dem Begriff

Auch wenn Sie diesen Begriff sicherlich schon einmal irgendwo gehört haben, ist es wichtig, dass Sie zu Beginn verstehen, was genau eine Impulskontrollstörung überhaupt ist. Es handelt sich dabei nämlich nicht um eine besondere Charaktereigenschaft, sondern um eine Gruppe von Verhaltensproblemen, die in der Psychologie und Psychiatrie anerkannt sind (Dell’Osso et al., 2006). Menschen mit diesen Störungen haben Schwierigkeiten, Kontrolle über ihre Verhaltensweisen zu behalten (Schreiber et al., 2011). Dies führt zu Handlungen, die ihnen selbst (American Psychiatric Association, 2000) oder anderen schaden können (Kessler et al., 2006). Wenn Sie unter einer Impulskontrollstörung leiden, dann werden Sie in diesen Momenten in der Regel auch keine Rücksicht auf mögliche Konsequenzen nehmen (Moeller et al., 2001). Und das ist auch das Tragische daran: Es kann selbst dann zu einer mangelnden Impulskontrolle kommen, wenn der Betroffene genau weiß, was die negativen Konsequenzen seiner Handlungen sind.

Mehr zum Thema erfahren Sie im Wut-Coaches-Podcast

Symptome

Da Sie jetzt wissen, dass es sich um eine medizinisch anerkannte Störung handelt, können Sie sich eines sicherlich bereits denken: Die Symptome einer Impulskontrollstörung sind vielfältig. Sie variieren je nach Typ der Störung. Wichtig! – Das Hauptmerkmal ist immer die Unfähigkeit, bestimmte Handlungen zu kontrollieren, die ohne vernünftige Motivation erfolgen (WHO, 1993). – Trotz vieler negativer Folgen, fallen Betroffene oft in dieselben Muster zurück. Hier finden Sie einige typische Symptome:

Übermäßige Wut

Übermäßige Wut kann eines der Symptome der Impulskontrollstörung sein

Wut ist ein Gefühl, das jeder Mensch kennt und erlebt. Es kann aufgrund von Frustrationen, Provokationen oder Ärgernissen entstehen. Bei einer Impulskontrollstörung können diese Wutgefühle jedoch übermäßig stark und schwer zu kontrollieren sein (Lievaart et al., 2018). Betroffene reagieren oft sehr schnell und intensiv mit Wut, auch bei kleineren Ärgernissen. Sie fühlen sich manchmal von starken Wutgefühlen überwältigt, die scheinbar ohne Vorwarnung auftreten können.

Aggression

Neben Wut deutet auch Aggression auf eine Störung der Impulskontrolle hin

Während Wut eine der 6 Basis-Emotionen ist (Williams, 2017), bezeichnet Aggression ein Verhalten (Averill, 1983). Ein Beispiel: Jemand stößt Sie versehentlich an und Sie fühlen Wut (das Gefühl). Wenn Sie dann zurückstoßen oder schreien (das Verhalten), handelt es sich um Aggression. Bei Menschen mit einer Impulskontrollstörung kann diese Aggression plötzlich und unverhältnismäßig heftig auftreten, besonders in stressigen Momenten (Stein et al., 1993). Es ist wichtig zu verstehen, dass nicht jeder mit einer Impulskontrollstörung ständig aggressiv ist. Die Aggression kann jedoch unkontrolliert und intensiver auftreten, als es die Situation erfordert. Erfahren Sie zum Thema plötzliche Aggressivität auch mehr in unserem Artikel "Warum werde ich so schnell aggressiv?"

Kontrollverlust

Es steckt schon im Begriff der Impulskontrollstörung, man hat einen Verlust über die Kontrolle

Haben Sie schon einmal rotgesehen vor Wut und waren auf 180? Viele Menschen erleben diese Situationen und verlieren dabei die Kontrolle über ihr Handeln. Dies passiert auch Personen mit einer Impulskontrollstörung (Miller, 2010). Die Impulskontrollstörung kann sich dabei in unterschiedlichen Verhaltensmustern zeigen, die im ICD-10 aufgeführt sind. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Exzessives Glücksspiel (Pathologisches Spielen, F63.0) (Ioannidis et al., 2019)
  • Das Zünden von Feuer (Pathologische Brandstiftung [Pyromanie], F63.1) (Kirsch et al., 2015)
  • Das Stehlen von Gegenständen, die nicht benötigt werden (Pathologisches Stehlen [Kleptomanie], F63.2) (Dannon, 2002)
  • Das Ausreißen der eigenen Haare (Trichotillomanie, F63.3) (Christenson & Crow, 1996).

Mangel an Selbstreflexion

Häufig fällt es betroffenen Personen schwer, die Konsequenzen ihres Verhaltens zu erkennen. Sie sehen oft nicht das gesamte Ausmaß ihrer impulsiven Handlungen und reagieren aggressiv, wenn Sie auf Ihr Verhalten angesprochen werden. Sätze, wie “Nein, das sehe ich nicht ein!” sind dabei noch eine eher harmlose Reaktion, wenn Betroffene mit ihren Handlungen konfrontiert werden.

Weitere Symptome

Viele Betroffene zeigen bestimmte Reaktionen, wenn sie daran gehindert werden, ihren Impulsen nachzugehen. Dazu zählen Anzeichen von Unruhe, Unzufriedenheit oder Reizbarkeit (Safer, 2009). Zudem fallen sie häufig immer wieder in dieselben Verhaltensmuster zurück und es wirkt fast so, als wären Sie nicht schlauer geworden aus den Konsequenzen, die Sie zu tragen haben. Dies passiert meistens, trotz Versuchen, das Verhalten zu ändern.

Wichtig
Wenn man mit Symptomen wie Aggression oder Kontrollverlust konfrontiert ist, kann das durchaus beunruhigend sein. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass diese Anzeichen nicht isoliert auftreten. Sie kommen meistens in Kombination vor und in einem Ausmaß, das über das normale Maß hinausgeht. Eine einzelne Episode von Wut oder Aggression bedeutet nicht unbedingt, dass man an einer Impulskontrollstörung leidet.

Erfahre Sie mehr über Impulskontrolle im Wut-Coaches-Podcast

Ursachen

Wahrscheinlich wird es für Sie ernüchternd klingen, aber die genauen Ursachen einer Impulskontrollstörung sind bislang nicht vollständig geklärt. Allerdings wird vermutet, dass sie oft das Resultat von mehreren Aspekten sind, die Sie in diesem Abschnitt finden:

Die Gene können eine Ursache für eine Impulskontrollstörung sein
  • Bei einigen Betroffenen bestimmen die Gene, wie gut Menschen ihre Impulse kontrollieren können. Einige Forschungsergebnisse zeigen, dass eine Neigung zu Impulskontrollstörungen vererbt werden kann. Personen, die nahe Verwandte mit einer solchen Störung haben, können also stärker gefährdet sein, diese selbst zu entwickeln. Allerdings bedarf es hier weiterer Forschung, um gesicherte Aussagen zur Erblichkeit von Impulskontrollstörungen geben zu können (Dell’Osso, 2006; Grant, 2003).
  • Auch wenn es etwas kompliziert klingt, sollten Sie folgende Ursache besonders beachten: Menschen mit besonderen Verletzungen oder Erkrankungen in bestimmten Arealen des Gehirns neigen eher zu einer Impulskontrollstörung (Bloom et al., 2001). Hierbei ist beispielsweise der präfrontale Kortex im vorderen Teil des Gehirns entscheidend (Kozian, 2001). Er ist für die Planung, Entscheidungsfindung und Verhaltenskontrolle verantwortlich (Kolb et al., 2012; Tanji & Hoshi, 2008). Bei Betroffenen arbeitet dieser Bereich nicht so effektiv, wie er sollte. Die Amygdala wurde ebenfalls mit Impulskontrollstörungen in Verbindung gebracht (Keele, 2005). Sie steuert die Verarbeitung von Emotionen (LeDoux, 2007). Eine Veränderung der Amygdala kann dazu beitragen, dass Menschen schneller emotionale Reaktionen zeigen. Diese können ebenfalls zu impulsivem Verhaltensweisen führen.
  • Wie Sie vielleicht bereits wissen, regulieren Hormone und Neurotransmitter die menschliche Stimmung (de Vries et al., 2022). Forschungen haben Zusammenhänge zwischen Impulskontrollstörungen und dem Spiegel von Dopamin im Gehirn gezeigt (Dalley & Roiser, 2012; Winstanley et al., 2005). Ein veränderter Dopaminspiegel wurde dabei interessanterweise mit einem erhöhten Risiko für impulsives Verhalten in Verbindung gebracht (Dalley & Roiser, 2012).
Auch andere Umweltfaktoren, wie beispielsweise die Kindheit, können ursächlich sein
  • Zu guter Letzt müssen auch Umweltfaktoren berücksichtigt werden. Vielleicht haben Sie sich schon einmal gefragt, was die Kindheit von Betroffenen mit einer Impulskontrollstörung zu tun haben könnte. Die Antwort ist folgende: Prägende Erfahrungen in der Kindheit können ein Auslöser für die Entwicklung von Impulskontrollstörungen sein (Hollander & Stein, 2007). Zudem können Stress und soziale Probleme im Erwachsenenalter zur Entstehung beitragen (Leppink et al., 2016). Sehen Sie vertiefend auch in diesem Artikel auch, welche Rolle die Kindheit als Ursache bei Choleriker spielt.

Folgen

Wie Sie vielleicht schon schlussfolgern können, sind die Folgen von Impulskontrollstörungen genauso vielfältig wie die Symptome und Ursachen. Sie beeinflussen das Leben der Betroffenen selbst und auch das Leben der Menschen, die ihnen nahestehen. Die Probleme reichen von Konflikten bis hin zu rechtlichen Schwierigkeiten. In diesem Abschnitt finden Sie die verbreitetsten Folgen:

Soziale Folgen

Insbesondere unter sozialen Folgen leiden Personen mit einer Impulskontrollstörung

Falls Sie jemanden kennen, der an einer Impulskontrollstörung leidet, wissen Sie wahrscheinlich schon, dass das oft impulsive Verhalten den Mitmenschen von Betroffenen sehr zur Last fallen kann. Plötzliche Ausbrüche von Wut oder Aggression können Beziehungen strapazieren. In einigen Fällen kann impulsives Verhalten auch zu Scheidungen oder Trennungen führen. Auch das Verhältnis zu den eigenen Kindern kann unter dieser Störung leiden.

Rechtliche Folgen

Wer sich nicht unter Kontrolle hat, kann auch rechtliche Folgen davontragen

Eine mögliche Folge, mit der viele nicht rechnen: Manche Betroffene neigen zu Verhaltensweisen, mit denen sie Gesetze brechen (Dang et al., 2011). Besonders Diebstahl, Gewalt oder Raserei im Straßenverkehr gehören dazu. Auch wenn Menschen mit einer Impulskontrollstörung dies nicht bewusst tun, kann dieses impulsive Verhalten zu rechtlichen Konsequenzen und Strafmaßnahmen führen.

Das Thema Wut & Impulsivität in den Medien
Medienberichte

Definition

Definition der Impulskontrollstörung: Das steckt hinter dem Begriff

Auch wenn Sie diesen Begriff sicherlich schon einmal irgendwo gehört haben, ist es wichtig, dass Sie zu Beginn verstehen, was genau eine Impulskontrollstörung überhaupt ist. Es handelt sich dabei nämlich nicht um eine besondere Charaktereigenschaft, sondern um eine Gruppe von Verhaltensproblemen, die in der Psychologie und Psychiatrie anerkannt sind (Dell’Osso et al., 2006). Menschen mit diesen Störungen haben Schwierigkeiten, Kontrolle über ihre Verhaltensweisen zu behalten (Schreiber et al., 2011). Dies führt zu Handlungen, die ihnen selbst (American Psychiatric Association, 2000) oder anderen schaden können (Kessler et al., 2006). Wenn Sie unter einer Impulskontrollstörung leiden, dann werden Sie in diesen Momenten in der Regel auch keine Rücksicht auf mögliche Konsequenzen nehmen (Moeller et al., 2001). Und das ist auch das Tragische daran: Es kann selbst dann zu einer mangelnden Impulskontrolle kommen, wenn der Betroffene genau weiß, was die negativen Konsequenzen seiner Handlungen sind.

Mehr zum Thema erfahren Sie im Wut-Coaches-Podcast

Symptome

Da Sie jetzt wissen, dass es sich um eine medizinisch anerkannte Störung handelt, können Sie sich eines sicherlich bereits denken: Die Symptome einer Impulskontrollstörung sind vielfältig. Sie variieren je nach Typ der Störung. Wichtig! – Das Hauptmerkmal ist immer die Unfähigkeit, bestimmte Handlungen zu kontrollieren, die ohne vernünftige Motivation erfolgen (WHO, 1993). – Trotz vieler negativer Folgen, fallen Betroffene oft in dieselben Muster zurück. Hier finden Sie einige typische Symptome:

Übermäßige Wut

Übermäßige Wut kann eines der Symptome der Impulskontrollstörung sein

Wut ist ein Gefühl, das jeder Mensch kennt und erlebt. Es kann aufgrund von Frustrationen, Provokationen oder Ärgernissen entstehen. Bei einer Impulskontrollstörung können diese Wutgefühle jedoch übermäßig stark und schwer zu kontrollieren sein (Lievaart et al., 2018). Betroffene reagieren oft sehr schnell und intensiv mit Wut, auch bei kleineren Ärgernissen. Sie fühlen sich manchmal von starken Wutgefühlen überwältigt, die scheinbar ohne Vorwarnung auftreten können.

Aggression

Neben Wut deutet auch Aggression auf eine Störung der Impulskontrolle hin

Während Wut eine der 6 Basis-Emotionen ist (Williams, 2017), bezeichnet Aggression ein Verhalten (Averill, 1983). Ein Beispiel: Jemand stößt Sie versehentlich an und Sie fühlen Wut (das Gefühl). Wenn Sie dann zurückstoßen oder schreien (das Verhalten), handelt es sich um Aggression. Bei Menschen mit einer Impulskontrollstörung kann diese Aggression plötzlich und unverhältnismäßig heftig auftreten, besonders in stressigen Momenten (Stein et al., 1993). Es ist wichtig zu verstehen, dass nicht jeder mit einer Impulskontrollstörung ständig aggressiv ist. Die Aggression kann jedoch unkontrolliert und intensiver auftreten, als es die Situation erfordert. Erfahren Sie zum Thema plötzliche Aggressivität auch mehr in unserem Artikel "Warum werde ich so schnell aggressiv?"

Kontrollverlust

Es steckt schon im Begriff der Impulskontrollstörung, man hat einen Verlust über die Kontrolle

Haben Sie schon einmal rotgesehen vor Wut und waren auf 180? Viele Menschen erleben diese Situationen und verlieren dabei die Kontrolle über ihr Handeln. Dies passiert auch Personen mit einer Impulskontrollstörung (Miller, 2010). Die Impulskontrollstörung kann sich dabei in unterschiedlichen Verhaltensmustern zeigen, die im ICD-10 aufgeführt sind. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Exzessives Glücksspiel (Pathologisches Spielen, F63.0) (Ioannidis et al., 2019)
  • Das Zünden von Feuer (Pathologische Brandstiftung [Pyromanie], F63.1) (Kirsch et al., 2015)
  • Das Stehlen von Gegenständen, die nicht benötigt werden (Pathologisches Stehlen [Kleptomanie], F63.2) (Dannon, 2002)
  • Das Ausreißen der eigenen Haare (Trichotillomanie, F63.3) (Christenson & Crow, 1996).

Mangel an Selbstreflexion

Häufig fällt es betroffenen Personen schwer, die Konsequenzen ihres Verhaltens zu erkennen. Sie sehen oft nicht das gesamte Ausmaß ihrer impulsiven Handlungen und reagieren aggressiv, wenn Sie auf Ihr Verhalten angesprochen werden. Sätze, wie “Nein, das sehe ich nicht ein!” sind dabei noch eine eher harmlose Reaktion, wenn Betroffene mit ihren Handlungen konfrontiert werden.

Weitere Symptome

Viele Betroffene zeigen bestimmte Reaktionen, wenn sie daran gehindert werden, ihren Impulsen nachzugehen. Dazu zählen Anzeichen von Unruhe, Unzufriedenheit oder Reizbarkeit (Safer, 2009). Zudem fallen sie häufig immer wieder in dieselben Verhaltensmuster zurück und es wirkt fast so, als wären Sie nicht schlauer geworden aus den Konsequenzen, die Sie zu tragen haben. Dies passiert meistens, trotz Versuchen, das Verhalten zu ändern.

Wichtig
Wenn man mit Symptomen wie Aggression oder Kontrollverlust konfrontiert ist, kann das durchaus beunruhigend sein. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass diese Anzeichen nicht isoliert auftreten. Sie kommen meistens in Kombination vor und in einem Ausmaß, das über das normale Maß hinausgeht. Eine einzelne Episode von Wut oder Aggression bedeutet nicht unbedingt, dass man an einer Impulskontrollstörung leidet.

Erfahre Sie mehr über Impulskontrolle im Wut-Coaches-Podcast

Ursachen

Wahrscheinlich wird es für Sie ernüchternd klingen, aber die genauen Ursachen einer Impulskontrollstörung sind bislang nicht vollständig geklärt. Allerdings wird vermutet, dass sie oft das Resultat von mehreren Aspekten sind, die Sie in diesem Abschnitt finden:

Die Gene können eine Ursache für eine Impulskontrollstörung sein
  • Bei einigen Betroffenen bestimmen die Gene, wie gut Menschen ihre Impulse kontrollieren können. Einige Forschungsergebnisse zeigen, dass eine Neigung zu Impulskontrollstörungen vererbt werden kann. Personen, die nahe Verwandte mit einer solchen Störung haben, können also stärker gefährdet sein, diese selbst zu entwickeln. Allerdings bedarf es hier weiterer Forschung, um gesicherte Aussagen zur Erblichkeit von Impulskontrollstörungen geben zu können (Dell’Osso, 2006; Grant, 2003).
  • Auch wenn es etwas kompliziert klingt, sollten Sie folgende Ursache besonders beachten: Menschen mit besonderen Verletzungen oder Erkrankungen in bestimmten Arealen des Gehirns neigen eher zu einer Impulskontrollstörung (Bloom et al., 2001). Hierbei ist beispielsweise der präfrontale Kortex im vorderen Teil des Gehirns entscheidend (Kozian, 2001). Er ist für die Planung, Entscheidungsfindung und Verhaltenskontrolle verantwortlich (Kolb et al., 2012; Tanji & Hoshi, 2008). Bei Betroffenen arbeitet dieser Bereich nicht so effektiv, wie er sollte. Die Amygdala wurde ebenfalls mit Impulskontrollstörungen in Verbindung gebracht (Keele, 2005). Sie steuert die Verarbeitung von Emotionen (LeDoux, 2007). Eine Veränderung der Amygdala kann dazu beitragen, dass Menschen schneller emotionale Reaktionen zeigen. Diese können ebenfalls zu impulsivem Verhaltensweisen führen.
  • Wie Sie vielleicht bereits wissen, regulieren Hormone und Neurotransmitter die menschliche Stimmung (de Vries et al., 2022). Forschungen haben Zusammenhänge zwischen Impulskontrollstörungen und dem Spiegel von Dopamin im Gehirn gezeigt (Dalley & Roiser, 2012; Winstanley et al., 2005). Ein veränderter Dopaminspiegel wurde dabei interessanterweise mit einem erhöhten Risiko für impulsives Verhalten in Verbindung gebracht (Dalley & Roiser, 2012).
Auch andere Umweltfaktoren, wie beispielsweise die Kindheit, können ursächlich sein
  • Zu guter Letzt müssen auch Umweltfaktoren berücksichtigt werden. Vielleicht haben Sie sich schon einmal gefragt, was die Kindheit von Betroffenen mit einer Impulskontrollstörung zu tun haben könnte. Die Antwort ist folgende: Prägende Erfahrungen in der Kindheit können ein Auslöser für die Entwicklung von Impulskontrollstörungen sein (Hollander & Stein, 2007). Zudem können Stress und soziale Probleme im Erwachsenenalter zur Entstehung beitragen (Leppink et al., 2016). Sehen Sie vertiefend auch in diesem Artikel auch, welche Rolle die Kindheit als Ursache bei Choleriker spielt.

Folgen

Wie Sie vielleicht schon schlussfolgern können, sind die Folgen von Impulskontrollstörungen genauso vielfältig wie die Symptome und Ursachen. Sie beeinflussen das Leben der Betroffenen selbst und auch das Leben der Menschen, die ihnen nahestehen. Die Probleme reichen von Konflikten bis hin zu rechtlichen Schwierigkeiten. In diesem Abschnitt finden Sie die verbreitetsten Folgen:

Soziale Folgen

Insbesondere unter sozialen Folgen leiden Personen mit einer Impulskontrollstörung

Falls Sie jemanden kennen, der an einer Impulskontrollstörung leidet, wissen Sie wahrscheinlich schon, dass das oft impulsive Verhalten den Mitmenschen von Betroffenen sehr zur Last fallen kann. Plötzliche Ausbrüche von Wut oder Aggression können Beziehungen strapazieren. In einigen Fällen kann impulsives Verhalten auch zu Scheidungen oder Trennungen führen. Auch das Verhältnis zu den eigenen Kindern kann unter dieser Störung leiden.

Rechtliche Folgen

Wer sich nicht unter Kontrolle hat, kann auch rechtliche Folgen davontragen

Eine mögliche Folge, mit der viele nicht rechnen: Manche Betroffene neigen zu Verhaltensweisen, mit denen sie Gesetze brechen (Dang et al., 2011). Besonders Diebstahl, Gewalt oder Raserei im Straßenverkehr gehören dazu. Auch wenn Menschen mit einer Impulskontrollstörung dies nicht bewusst tun, kann dieses impulsive Verhalten zu rechtlichen Konsequenzen und Strafmaßnahmen führen.

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Über die Autoren
Katrin Hoster

Katrin Hoster ist zertifizierte NLPlerin, Headcoach und einer der beiden Gründer der Wut Coaches. Als erfahrener Coach im Bereich Aggressionsbewältigung hat sie sich seit 2018 voll und ganz auf das Thema Wut und Aggression spezialisiert und kann auf einen großen Erfahrungsschatz mit mehreren 1000 Wut- und Aggressionsklienten zurück blicken.

Ferdinand Kirchhof

Ferdinand Kirchhof ist Psychologe (M.Sc.). Er arbeitet bei den Wut Coaches als psychologischer und wissenschaftlicher Berater und seine Expertise fließt sowohl in unser Coaching als auch in unsere Veröffentlichungen. Er ist der Co-Autor dieses Artikels, zusammen mit Katrin Hoster als Autorin.

Kerstin Bickert

Kerstin Bickert ist Psychologin (B.Sc.) und Sozialpädagogin (B.A.). Sie arbeitet bei den Wut Coaches als psychologische und wissenschaftliche Beraterin und ihre Expertise fließt sowohl in unser Coaching als auch in unsere Veröffentlichungen. Sie ist die Autorin dieses Artikels, zusammen mit Katrin Hoster als Co-Autorin.

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